Werkstattbericht, 27. November 2022

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Liebe Freunde des umland-verlags,

 

wir haben es gerade noch so geschafft. Wie schon 2018, 2019, 2020, 2021 wird es auch 2022 ein neues Buch von mir geben. Gestern gingen die „Winterschmetterlinge“ in die Druckerei und sollen zu Beginn der 50. Kalenderwoche im Verlag einfliegen. Gemeinsam mit Clara, „meiner“ liebsten umland-Lektorin, sowie Stine, „meiner“ einzigartigen umland-Grafikerin, habe ich einen fulminanten Endspurt hingelegt und bin jetzt voller Vorfreude.

Siebzehn kleine große Geschichten darüber, wie Paare einander kennengelernt haben, sind es geworden. Die früheste, die zarte Geschichte von Alma und Mathis, beide fast noch Kinder, spielt vor mehr als einhundert Jahren, die jüngste „Unvermittelbar“ trug sich vor knapp zwei Jahren zu. Mitten in der Corona-Zeit verlieben sich Tim und Lizzi, beide schon jenseits der fünfzig, ineinander. Dass die Liebe auch vor dem Alter nicht Halt macht, erzählt Ida in ihren lebhaften Erinnerungen, die ich  „Winterschmetterlinge“ genannt habe.
Tatsächlich basieren alle Geschichten auf wahren Begebenheiten – einige habe ich ähnlich wie in den „Wegen“ und in den Erzählungen der Fast-Hundertjährigen als Erlebnisberichte niedergeschrieben, aus anderen habe ich „richtig echte“ Kurzgeschichten gemacht, die allesamt mit mindestens einer Prise ganz viel Fantasie gewürzt sind. Das Tüpfelchen aufs i sind die wundervollen kleinen Zeichnungen geworden, mit denen Stine die Geschichten illustriert hat.

In den nächsten Tagen und Wochen geht es nun darum, die „Winterschmetterlinge“ das Fliegen zu lehren. Wir werden fleißig die Werbetrommel rühren und hoffen, dass in Zeitungen und Zeitschriften auf die „Winterschmetterlinge“ aufmerksam gemacht wird. Eine entscheidende Rolle könnt natürlich auch ihr spielen, in dem ihr in euren Bekanntenkreisen und mit Hilfe eurer Kanäle auf das Buch aufmerksam macht. Das wäre wirklich ganz großartig.

Ein bisschen stolz sind wir darauf, dass es uns erstmals gelungen ist, unser Buch zu einem großen Fest, an dem traditionell geschenkt wird, auf den Markt zu bringen. Nun hoffen wir auf viele Menschen, die bis zuletzt auf das passende Geschenk gewartet haben. Denn das sind die „Winterschmetterlinge“: Geschichten über die LIEBE passen einfach immer – und ganz besonders zu Weihnachten.

Am 28. November werde ich erstmals – noch aus dem Manuskript – der „Winterschmetterlinge“ lesen. Darauf freue ich mich riesig. https://umland-verlag.de/category/termine/.

 

Ganz klamm und heimlich haben sich auch die Dubties wieder auf den Weg gemacht. Verantwortlich dafür ist „Die Gehörgäng“, der tollste Hörbuchverlag überhaupt. Die Zusammenarbeit ist federleicht und das, was am Ende rauskommt, beglückt mich einfach nur. Momentan sind das die Dubties, die mich mit der Stimme der Schauspielerin Dana Golombek von Senden auf meinen Autofahrten durchs Umland begleiten und immer wieder herzlich lachen lassen. Habe das wirklich ich geschrieben? Herrlich! Demnächst muss es mit den Dubties unbedingt weitergehen. Die Hälfte, vielleicht erinnert ihr euch, ist bereits seit zwei Jahren geschrieben. Zwei weitere Bände geistern durch meinen Kopf. Gemeinsam mit etlichen anderen Ideen.

Über den Jahreswechsel werde ich diese sortieren und dann mal schauen, was 2023 in Buchform gebunden werden will. Ich bin selbst sehr gespannt.

Erst einmal jedoch sollen die „Winterschmetterlinge“ flattern. Es wäre klasse, wenn ihr ihnen bei den ersten Flügelschlägen ordentlich Rückenwind gebt.

Habt herzlichen Dank.

Eure
Doreen Mechsner.

 

PS: Unter https://umland-verlag.de/belletristik/ könnt ihr die „Winterschmetterlinge“ bereits vorbestellen.

 

Kerstin Ehrlich über „Lilo und die Dubties“, 1. Oktober 2022

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Liebe Doreen Mechsner,

Ihr Buch „Lilo und die Dubties“ hat mich unglaublich berührt. Es kommt so witzig, fröhlich und frisch daher. Noch nie hat mich ein Buch so sehr an die Bücher von Astrid Lindgren erinnert. Höchstens noch Erich Kästner.
Lilo und ihre Abenteuer haben mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, ich mochte das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen.
Kerstin Ehrlich – Lilo und die Dubties, Oktober 2022

Werkstattbericht, 8. Juli 2022

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Liebe Freunde des umland verlags,

ist es wirklich schon sieben Monate her, dass ich meinen letzten Werkstattbericht geschrieben habe?
Es ist verrückt, seit etlichen Jahren verfolgt mich das Gefühl, die Zeit würde mich überrollen. Liegt es an der Zeit? Also der rasanten, in der wir leben? Oder an meinem zunehmenden Alter? Jeder Mensch, der älter ist als ich, versichert mir, dass seine Zeit noch schneller dahinrasen würde als meine. Dabei geht es doch schneller als bei mir (fast) gar nicht.

Es sei denn, man schafft es, die Zeit einfach mal zu stoppen. Wie? Ganz simpel, man muss nur aussteigen aus dem Hamsterrad des Alltags, sich in die Bahn setzen (das 9€-Ticket macht es möglich) und sich dahin treiben lassen, wohin einen der Zug fährt. Zehn Tage lang habe ich genau das mit meiner Lotte-Tochter getan. Als eine Art Jugendweihe-Herausforderung. Zehn Tage lang wussten wir heute noch nicht, wo wir morgen sein und vor allem, wo wir schlafen würden. Tagtäglich ging es für uns nur darum, ein preisgünstiges Quartier für die nächste Nacht zu finden, eine unkomplizierte Bahnverbindung dorthin sowie eine Möglichkeit, für die nächsten zwei Mahlzeiten einzukaufen. Gleich in der ersten Nacht sind wir im Heu gelandet und am darauffolgenden Morgen vom Gezwitscher und Geflatter der Schwalben geweckt worden. Drei Nächte haben wir in zwei ausrangierten Wohnwagen in jeweils wundervollster Landschaft verbracht, im Hostel in Weimar wurden wir von einer Schlagerparty in der angrenzenden Kleingartenanlage vom Schlaf abgehalten, im Muldental von Glühwürmchen zur Abendtoilette geleitet, im Erzgebirge sind wir in eine Grube eingefahren und auf der Bastei bescherten uns die magischen Klänge der West Side Story, die aus der Felsenbühne in Rathen heraufwehten, eine Gänsehaut. Obwohl wir so viel erlebt haben, dass ich mit dem Schreiben meines Reisetagebuchs gar nicht hinterherkam, schien die Zeit viel langsamer zu vergehen und unserem Wahrnehmen mehr Intensität zu geben. Drei Tage lang habe ich zu Hause noch aufholen müssen, um wirklich alles, was mir wichtig war, festzuhalten. Irgendwann, so mein Plan, soll aus unseren Erlebnissen ein Jugendbuch werden. I

Natürlich würde ich am liebsten gleich losschreiben. Alles ist noch so frisch, und die Ideen wirbeln in meinem Kopf. Um weiterhin den Spagat zwischen den beiden Büchern zu schaffen, an denen ich derzeit arbeite, muss ich mich selber bremsen. Bevor ich mit etwas Neuem beginne, will ich erst einmal das Angefangene zu Ende bringen. Das ist zum einen der zweite Teil des Briefwechsels, für den ich immer mal wieder den nächsten Brief schreibe und Fragebogenrückläufer bearbeite, und zum zweiten und am vordergründigsten mein Buch über die LIEBE und darüber, wie Paare sich kennengelernt haben. Die Arbeit daran ist herzerwärmend. Ich habe wundervolle Begegnungen und die ganze Zeit über Liebe im Kopf. Im Herbst, so mein ehrgeiziges Ziel, soll das Buch erscheinen. Anfang September werde ich im Rahmen eines Festivals bereits aus dem Manuskript lesen (Informationen dazu findet ihr unter https://umland-verlag.de/category/termine/).

Lesungen – endlich sind sie wieder möglich. Seit Ende März hatte ich eine ganze Reihe beglückender Lesungen. In einer meiner Lieblingsbuchhandlungen, der Schatzinsel Bernau, war eine Zuhörerin so begeistert von den Erzählungen „meiner“ fast Hundertjährigen, dass sie mich bat, ihr doch das ganze Buch vorzulesen. Schon geraume Zeit geisterte die Idee in mir, „Ich möchte einfach noch Bäume ausreißen! Aber nur kleine.“ in Hörbuchform zu bringen. Bislang hatte ich mich vor dem Aufwand und den Kosten gedrückt. Nun streckte ich behutsam die Fühler aus und… fand in „Die Gehörgäng“ (https://die-gehörgäng.de/) nicht nur einen wunderbaren Hörbuchpartner, sondern auch Gleichgesinnte und Freunde. Inzwischen hat die Schauspielerin Antje Widdra mein kleines feines Einschulungsbuch „Wackelzahn und Zuckertüte“ ganz bezaubernd eingelesen. In sieben Wochen ist Einschulung – wer noch eine klitzekleine Wunderüberaschung für sein Einschulungskind benötigt, wird auf der Seite der Gehörgängster (oder bei i-tunes, bücher.de, hugendubel und thalia) fündig. Ende Juli werden auch die Dubties neu verhörbucht. In einem Tonstudio in Italien wird Astrid Kohrs meinen kleinen Lieblingskobolden ihre Stimme leihen. Ich fürchte, in den vergangenen drei Jahren habe ich die Dubties arg vernachlässigt. Oder haben sie mich vernachlässigt? Irgendwie waren sie verschwunden. Nun jedoch sind sie wieder da. Hier bei mir zu Hause – überaus aktiv. Das ist nicht immer lustig, das könnt ihr mir glauben. Vermutlich wollen mir unsere kleinen Begleiter nur zu verstehen geben, dass es nun endlich mal mit ihnen und ihren Geschichten weitergehen sollte. Ein halbes Manuskript steckt bereits im Rechner und zwei weitere Bücher in meinem Kopf. Die Zeit, die Zeit, sie rast und rast und ich komme nicht hinterher.

Seit kurzem habe ich eine PR-Beraterin. Auch sie ist eine absolute Bereicherung in meinem Leben. Wenn sie mir nur nicht ständig Hausaufgaben geben würde, die meine Zeit immer noch mehr beschneiden. Neuerdings „muss“ ich mindestens vier Mal die Woche meinen Instagram-account (umland_verlag) bestücken. Das macht zwar Spaß, hält aber vom Schreiben ab. Immerhin: Peu á peu wächst die Zahl meiner Follower. Und die sind definitiv besser informiert als diejenigen, die ein halbes Jahr auf meinen Werkstattbericht warten mussten.

Damit das Warten auf das neue Buch nicht über den Herbst hinaus strapaziert wird, schreibe ich nun aber flugs weiter.

Ich wünsche euch einen wundervollen Sommer!

Herzlichst

Doreen Mechsner

Autorin Jana Franke-Frey bespricht in Kümmels Anzeiger vom 12. Januar 2022 den „Briefwechsel“

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Über Doreen Mechsners „Briefwechsel. Stimmungsbild einer viralen Krise!“ – eine Betrachtung von Jana Franke-Frey

 

Konservativ und meilenweit der Zeit voraus. Wie soll das gehen?

Doreen Mechsner macht es uns vor. Die Autorin, Journalistin und gefragte Lerntherapeutin hält in ihrem Roman „Briefwechsel. Stimmungbild einer viralen Krise“ unbeirrt an den Grundwerten unserer Mitmenschlichkeit fest. Sie ist nicht bereit in den gegenwärtigen babylonischen Kanon der Vermutungen, Annahmen und Bewertungen über Menschen die sich scheinbar konträr in der aktuellen gesundheitspolitischen Krise gegenüberstehen einzustimmen.

Sie tut einfach, was sie für wichtig und richtig hält. Inmitten der Wirren des Jahres 2020/21 konzentriert sie sich auf Hannelore (74) und Nora (47). Zwei Frauen, die um ihre Freundschaft ringen.

Beim Lesen des Briefromans hat man zeitweise das Gefühl, die Autorin schwebt wie ein behütender Engel über der freundschaftlichen Beziehung der beiden so unterschiedlichen Frauen. Nüchtern, ehrlich und schnörkellos lässt sie ihre Protagonistinnen im Gespräch zu Wort kommen. Fragen und Konflikte werden sichtbar, ebenso wie das immerwährende Ringen um den Bestand ihrer Freundschaft. Schaffen sie es? Das Buch bietet keine abschließende Antwort, aber den Ausblick, das Verbundenheit bestehen kann, wenn wir im Gespräch bleiben. Wenn wir Verantwortung für ein gelingendes Miteinander übernehmen.

Während die Stimmung im Land mit Spaltung und gegenseitigen Misstrauen, Gesinnungsüberprüfung, Krankheitsangst und Vorwürfen geschwängert ist, gelingt es der Autorin diese heiklen Themen zu einem immer stabileren Gesprächsfaden, auf dem Hannelore und Nora balancieren, aufzurollen. Manchmal reißt er ab, das Unverständnis ist zu groß, die Hilflosigkeit beider Frauen ist fast körperlich zu spüren. Nein, sie sind nicht bereit ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Sie sind aber auch nicht bereit zu ihren konträren Meinungen und Erfahrungen zu schweigen. Sie wissen, dass ihre Freundschaft ohne eine gemeinsame Sprache im Meer der plötzlichen Beziehungsabbrüche des Jahres 2020 ertrinken wird.

Beide Frauen gehen das Risiko ein sich mit ihren Zweifeln aneinander, Fragen und politischen Ansichten zu konfrontieren. Sie balancieren aufeinander zu, um sich in ihrer Andersartigkeit sehen zu können.

Der Roman „Briefwechsel“ erzählt vom wichtigsten und menschlichsten dessen wir fähig sind, wenn wir es wagen: BEZIEHUNG. Die Autorin wagt es. Und ist nicht einen Satz lang bereit von ihrer Vision abzuweichen.